Abgabe Stufe 2

Dreifacher Planausdruck im Gepäck und etwas geleerten Kopfes ging es in den “Laden 4″ zur Abgabe dessen, was zum Stichtag als wahrscheinlichster Weg zum Geschäftsziel herausgearbeitet war. Ein Künstler, mit dem ich zur Abgabe verabredet war, kam klischeegerecht dann aber doch recht präzise eine halbe Stunde später… Das eigentliche Prozedere läuft routiniert, freundlich und zielgerichtet ab. Sehr angenehm!

Also war genug Zeit, sich bei Wasser, Saft oder Prosecco hinzusetzen, an Salzstangen, Erdnussflips und Gummibärchen zu knabbern und Kontakte zu knüpfen oder Sozialstudien zu betreiben. Bei völliger Überzeichnung der beobachteten Personen könnte folgende Typologie entstehen:

Berlinimitatoren
Kennzeichen: Kühlschrank zu Hause so leer wie Berlins Kassen und froh über jede Kalorie, die sie auf ihrem Weg zum Businessplan und durchs Leben an den Büffets und den Schälchen vorfinden. Es ist gut, dass auch sie nicht aus dem Wettbewerb ausgeschlossen sind und auf ihrem Weg zurück in ein wunschgemäßeres Leben materielle wie immaterielle Unterstützung erhalten, ohne dass jemand mit dem Zeigefinger schwenkt und sich in Moralpose wirft.

Dampfschweiger
Der Autor fragt sich, wie jemand geschäftlichen Erfolg erzielen will, wenn er jedem Gespräch außer dem wirklich notwendigen am Abgabetresen aus dem Weg geht. Aber es scheint so, dass es immer wieder jemanden gibt, der diese eher scheuen Tüftler und Bastler aus ihrer Ecke abholt und für den zielführenden Anschluss sorgt. Ob solche Menschen das geschikct steuern? Oder sind sie eher Spielbälle ihrer Umgebung? Das Phänomen ist ein weiter zu beobachtendes.

Mr. & Mrs. Cool
Sie stehen oder sitzen in Posen herum, die ihre Souveränität dokumentieren und nicht unbedingt einladen, sie anzusprechen. Es scheint, dass sie oft mit den selben bekannten Personen plaudern und sich in einem selbst bestätigenden Universum leben. Ist diese nach außen gerichtete Selbstzentriertheit ein wichtiger Baustein zum Erfolg oder eine Blockade auf dem Weg zu wichtigen Kontakten, neuen Sichten und individuellem Erfolg?

Aufgeschlosse Macher
Dann gibt es noch diejenigen, mit denen man ohne Problem in ein Gespäch kommt, wo offener Informationsaustausch und Spaß am Diskurs zu einer besonders netten Melange werden. Das war u.a. der Fall bei David Gunderlach, der sein bereits laufendes Projekt zum Listen und Bewerten von öffentlich zugänglichen Kantinen in Deutschland vorstellte. Im Leben davor u.a. als Künstler unterwegs mit seiner ausgesprochen charmanten und eloquenten Frau Rhan verging schnell die Zeit.

Dann war da noch ein junger Mann, dessen Name und Kontaktmöglichkeit bei Gelegenheit nachgetragen wird, der feststellte, dass er mit meinem Begleiter des Abends Friedhelm-Maria Leistner etwas zusammen zur degut machen könnte, von dem sie beide unter Schonung ihrer Finanzen etwas hätten.

Wenn das mal nicht alles Kandidaten für den kostenlosen LinkTausch auf dieser Seite sind…