Radio- und Fernsehwerbung Ein Marketinginstrument für Gründer?

oder auch: Augen auf beim Werbekauf! 

Soll der bpwBlogger mal den Dirty Harry machen?

Die Frage spielt an auf eine Phase des werbefinanzierten Fernsehens, bevor Harald Schmidt wieder in den Schoß der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zurückkam. Also bevor er an vielen Stellen brav wurde. Mir oft zu brav. Also: Ich vergesse auch rund 24 Stunden nach dem Vortrag “Radio- und Fernsehwerbung Ein Marketinginstrument für Gründer?” Teile meiner guten Erziehung. Man soll ja nicht über Unanwesende lästern, die sich nicht wehren können. Wirklich nicht? Ich musste auch rund 70 Minuten langatmigen, inhaltsreduzierten und lahm an mindestens diskussionswürdigen Folien klebenden holprigen und uninspirierten Vortrag von Reimund Wilhelm und Heiko Sylla der media sales & services GmbH wehrlos ertragen. Echte Höhepunkte im Sinne einer Abwechslung waren das Abspielen eines wirklich drolligen Radiowerbespots von Kaloderma aus dem Jahre des UnHeils 1933 sowie des ersten TV-Werbespots für Persil aus der anders bleiernen Zeit 1956. Geradezu peinlich jedoch waren sprachliche oder inhaltliche Details, die ich einfach bösartig aufspießen muss. Wer sich auf Statistik und veraltete Methoden (Die Zielgruppe ist tot! Der TKP sagt nix!) und nichts anderes zur Vermarktung seiner Leistungen beruft, sollte im Jahr 2007 beim Hochrechnen auf die deutsche Bevölkerung nicht mehr die Zahl 60 Millionen benutzen. Schon gar nicht in Berlin. Und wer unter Ignoranz nun wirklich mannigfaltiger online- und offline- Werbemöglichkeiten beim eigenen Angebot von Radio- und Fernsehwerbung großspurig von bimedial redet, dem sei ein sinngemäßes Zitat aus dem Film Blues Brothers als Bild für die nächste Meditation vor einem möglicherweise nächsten Vortrag angedient. Es lautet: Blues Brother X: “Welche Art von Musik spielen sie hier?” Clubbesitzer:”Hier spielen wir beide Arten von Musik. Country & Western.”

Wäre nicht NACH dem eigentlichen Vortrag noch Jens Tippenhauer mit ein paar guten Beispielen, erfrischender sprachlicher Eloquenz und einem Gespür für das, was die Zuhörer wirklich wissen wollten, aus dem Hut gezogen worden, hätte ich endlich mal einen Totalverriss stehen lassen können. So kam zum Schluss ein wenig Versöhnung mit dem ansonsten gescheiterten reinen Verkaufsversuchsabend in mir auf. Die Eingangsfrage des Vortrages war übrigens zum Schluss immer noch nicht beantwortet. Ich beantworte sie aber gern: FINGER WEG VON DIESEM TEUREN UNFUG. Lieber mal schauen, was der Vorjahresteilnehmer oheisa oder der diesjährige Gründungskollege von podcast.de an wirklich guten Werbemöglichkeiten für Gründer anbietet. Der zuletzt Genannte hat auch etwas wirklich Hübsches und weniger Oberflächliches als ich zu dem Abend und den so genannten Fakten geschrieben, was hier für den interessierten Leser nachvollziehbar ist. Mann-o-Mann, habe ich mich echauffiert. Aber was tue ich nicht alles für meine geschätzten Leser