Tee-o-logisches Duell?

Was passiert, wenn zwei sich wirklich unterscheidende Geschäftsmodelle zum selben Grundgegenstand - hier das Genussmittel Tee - auf einem nationalen Markt im Internet aufeinander treffen? Führt es zu Befruchtung, Verdrängung oder gar Kannibalismus? Das ist im konkreten Fall vielleicht etwas zu dick aufgetragen, aber das soll aus Gründen der Verständlichkeit durchaus mal so sein.

In der Verteidigerecke steht für mich die in meiner Wahrnehmung etwas satt wirkende Teekampagne. Somit weise ich die Rolle des Angreifers allmytea zu. Da ich gern auch Ihre Meinung zu den beiden stellvertretenden Anbietern jeweils mit stärkerem Hang zu web1.0 bzw. web2.0 erfahren möchte, stelle ich mal einige Fragen und Gedankensplitter in den Raum:

Glauben Sie eher daran, daß sich mit extrem wenigen oder extrem vielen Sorten/Mischungen dauerhaft Wachstum bzw. ein gesundes Unternehmen fahren lässt? In diesem Punkt stehen sich ein Ideenkind des Universitätsprofessors Faltin mit seinen zahlreichen z.T. sehr prominenten Kontakten und ein aktuell wohl weniger prominentes Gründungsteam am deutlichsten für lesefaule Kunden gegenüber, die vielleicht gar nicht so viel Information haben wollen, wie die Webseiten sie auf einmal hergäben. Oder sehen Sie einen Weg dazwischen, der noch zu beschreiten wäre?

Glauben Sie in dem b2c Markt Tee eher an den homo oeconomicus, der Argumenten wie einem überprüfbar sehr günstigen Preis für ein bestimmtes Gebinde als Kauftriebkraft lauscht oder sehen Sie eher den homo ludens als Kaufauslöser vorn, der z.B. seine selbst erdachte Mischung mit einem Namen versehen kann, sich mit anderen austauscht und für den ein Produktkauf wie vieles andere in seinem Leben nur ein weiterer Anlass für sein social digital life ist?

Der Verteidiger reklamiert für sich ein in allen Komponenten durchdachtes entrepreneurial design (neudeutsch bzw. präzisierte Variante des Begriffs Geschäftsmodell), wobei es eine verwendete Analogie gibt, die gut angreifbar ist, wenn man das niemandem ins Gesicht sagen muss: Darjeeling wird mit einigem Recht bei Tee als edelste Ausprägung einer bestimmten Geschmacksrichtung bezeichnet. Das erklärt aber nicht, warum jemand das jeden Tag trinken mögen sollte, was ja erst ein breites Sortiment überflüssig machen würde.

Andererseits muss der Angreifer zeigen, dass die Menschen auf Dauer entweder unrentable Kleinmengen teuer bezahlen oder sehen, ob das auf andere Produkte zur Quersubventionierung aufgeschlagen werden kann. Die Logistik für viele Items ist natürlich als Kostenblock ebenso wie bei so etwas wie durchschnittlichen oder garantierten Lieferzeiten ein denkbarer Knackpunkt.

Wäre ich nicht mit dem Kampagnentee sozialisiert und hätte ich keine umgeschlagenen Mengen und Umsätze im Kopf, wäre das tee-o-retische Rennen der beiden so unterschiedlichen Teehändler noch spannender für mich. Schauen wir mal, was auf der Zeitachse passiert. Es ist glaube ich nicht allzu parteiisch, dem Angreifer viel Schwung zu wünschen, weil davon im Zweifel die Kunden profitieren werden. Also: auf gehts!

  1. Nachtrag
    In Unkenntnis der Vielzahl bereits gesichteter Teemixansätze im deutschen Internet habe ich allmytea bislang als stellvertretend angenommen. Es gibt einen Artikel in den Netznews, wo 5 weitere beannt werden und darüber sinniert wird, ob denn genug Raum für sehcs Anbieter ist.

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