Marktnische mit Stöcken
Idee
In der Winterausgabe des als Kurs- und Veranstaltungsmagazin angelegten Blattes kidsgo entdeckte ich folgende Überschrift, der ich hier ein wenig nachgehe:
Nordic Walking - Jetzt auch als Präventionskurs
Stärken
Die Gruppe der angebotsrelavanten Frauen (Mehrheit) und Männer (Minderheit) ist über ihre Kinder bereits mehr oder minder in einer Gemeinschaft eingebunden. Das kann der gemeinsame Kinderarzt, die Betreuung tagsüber oder die Gruppe der regelmäßigen Spielplatzbesucher sein. All das ist optimal, um eine gezielte Erstansprache und ein stabiles Empfehlungsmarketing hinzubekommen, wenn die Kurse denn etwas taugen. Die Zielgruppe ist darüber hinaus so genau gefasst, dass Mitbewerber schwer Fuß fassen können, wenn das eigene Angebot gut einschlägt (first mover advantage). Nordic Walking ist - um noch Soziologenwörter einzuführen - für vor der Geburt normal sportliche Frauen so niederschwellig, dass es als erster Sport nach Geburt und zu Hause mit dem Kind zu Recht finden verlockend sein könnte.
Schwächen
Die Zielgruppe ist relativ klein und mit zunehmendem Gewicht der Kinder wachsen die Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes heraus. Aus eigener Beobachtung kenne ich außerdem die unregelmäßigen Energiepegel, die insbesondere stillende Mütter haben. Ob sich das mit einer ausdauerorientierten und damit tendenziell auszehrenden Sportart gut verträgt, finde ich beobachtenswert.
Wer macht´s?
Anbieterin für die Stockiade mit tragebetuchter Lebendgewichtbegleitung ist die Physiotherapeutin Monika Hofmann.
Bewegerpyramide
Als Anbieter des Beratungslaufs kann ich mir nicht verkneifen, hier noch eine Pyramide der gelebten Bewegungen anzuhängen. Ein Bekenntnis sozusagen.
- Die niedrigste Stufe der Beweger ist die Couch Potato. Man erkennt sie eher an Chipskrümeln auf dem umfänglichen Bauch denn an Muskeln oder gar gesunder Gesichtsfarbe.
- Die nächsthöhere Stufe der Beweger ist der Walker. Oft erkennbar ist er an gefletschten Zähnen bei der erstaunlich arm- und beinasynchronisierten Bewegungsausübung, damit ein Begegner nicht irrtümlich denkt, er habe einen profanen markensportklamottenbehängten Spaziergänger entdeckt.
- Als nächsthöhere Bewegungsspezies kommt der gemeine Jogger, der wirklich drollige Dinge zu vereinbaren versucht. Er bewegt sich in der Regel a) nur bei präzise definiertem gutem Wetter und b) IMMER so langsam, dass ein Trainingseffekt sicher ausgeschlossen werden kann (laufen ohne zu schnaufen…). Unbedarfte Beobachter können Jogger leicht mit der höchsten folgend beschriebenen Stufe der Beweger verwechseln.
- Die Krone der Profanbewegungssportarten (Es gibt ja schließlich noch Triathlon und Zehnkampf…) gebührt natürlich dem richtig echten Läufer. Der Läufer ist nahezu jahreszeitenunabhängig in verschiedenen Gruppen und Geschwindigkeiten auf allen Belegen des Erdballs anzutreffen, die eine Laufstrecke sein könnten. Anders als die vorgenannten Beweger nutzt der Läufer zur Kühlung des Körpers durch oft zügige oder wirklich ausdauernde Bewegung das faszinierende Schweisssytem des Körpers.
Haben Sie Ideen, die Bewegung und Business zusammenbringen? Was ist Ihren Meinung zu meinen Ausführungen? Ergänzen Sie den Beitrag doch einfach um Ihre Sicht der Dingen!